Überlegungen zum Thema Pinkeln, Pferde und Palästinenser

Zarte 15 Lenze zählte der Rohrspatz, als das Schicksal beschloss, ihn im Rahmen seiner Berufsausbildung auf einen Vorarbeiter treffen zu lassen, dessen besten Freunde und Arbeitskollegen eben diesen besagten Ausbilder einen auf den ersten Blick mehr als merkwürdigen Spitznamen verpassten.

Heia.

Der Spitzname Heia – sein wahrer Name tut hier nichts zur Sache – entstand eines Tages, als Heia anfing pünktlich eine Stunde vor Feierabend zu verkünden wohin er sich nach Arbeitsende verziehen würde: Sie ahnen es bereits, in die Heia.

Ja, Heia war ein seltsamer Zeitgenosse mit einem Haufen merkwürdiger Gepflogenheiten. So war es Heia höchstselbst, der sich all seiner eigenen Beteuerungen zum Trotz, tagtäglich mit Leibeskräften dagegen wehrte und sich eben nicht wie angekündigt alsbald schlafen legte. Vielmehr nutzte Heia die Gunst der Stunde und suchte einigermaßen gerecht über den Abend verteilt zwei bis fünf seiner bevorzugten Wirtshäuser auf um sich ordentlich einen hinter den Knorpel zu gießen.

Nicht zuletzt begünstigt durch eine Vielzahl eingeatmeter giftiger Dämpfe im Laufe des bereits erwähnten Berufslebens sowie der verstärkten allabendlichen Einnahme alkoholischer Substanzen prägten sich auch seine seltsamen Angewohnheiten immer weiter aus. So erzählte man sich noch Jahre nach dem Ableben des bis dahin völlig degenerierten Heia, dass einer seiner liebsten Marotten gewesen sei, nach einer langen durchzechten Nacht seiner seeligen Mutter – bei der er übrigens mehr als 58 Jahre lang wohnte – ausgiebig in den Schlafzimmerschrank zu pinkeln, vorzugsweise in die Schubladen mit der Unterwäsche.

Am Rande sei bemerkt, dass die Menge der durchzechten Nächte mit dem zunehmenden Alter des vormals erwähnten Heia anstieg. Linear dazu häufte sich vermutlich auch die Anzahl der vollständigen Blasenentleerungen ins Möbelstück des mütterlichen Schlafgemachs. Auf alle Fälle eine besondere Art, sich vom Ödipuss Komplex zu befreien.

Ja ja, der Heia. Wenn der Mann mal nicht weiter wusste, dann pflegte er immer in voller Lautstärke ein gequältes Seufzen von sich zu geben und anschließend auszurufen:
Was tun? sprach Zeus. Die Götter sind besoffen, der Olymp ist bekotzt.

Genau an diesen Reigen geistigen Scharfsinns musste ich just neulich denken, als ich ganz in Gedanken versunken auf der Landstaße unterwegs war. Vorne weg düste ein Kleinlaster mit mobilen Sanitärsystemen auf der Ladefläche. Die blauen Dinger, die landläufig auch als Toi Toi oder Dixi Klo bekannt sind. Aber Dixi ist in dem Fall ein Markenname und die Donnerbalkengebäude vor mir waren mit einem riesigen Aufkleber einer anderen Firma geschmückt, auf dem in großen Lettern Olymp geschrieben stand. Scheinbar soll das auch ein Markenname sein, aber bitte liebe Firmeninhaber von Olymp: Selbiger ist der Sitz griechischer Götter und kein Platz zum na sie wissen schon was man mit ihrem Produkt am Besten macht.
Griechische Götter? Na vielleicht hatte Heia doch Recht mit seiner proklamierten These, nur dass der Olymp in dem Fall nicht bekotzt sondern die meiste Zeit beschissen wäre.
Auf alle Fälle beschäftigt den Rohrspatz das mobile Klo. Auf einer der Internetseiten zu dem Thema kann man lesen, dass es sogar einen Sanitärcontainer geben soll. Mit Fußbodenheizung und Beduftungssystem.

Ja ne, is klar. Daneben pissen ist sowieso die Kür auf dem Männerklo, da macht ein Beduftungssystem im Zusammenspiel mit der Fußbodenheizung ja richtig Sinn, gerade und vor allem im Hochsommer. Das dürfte ein Aroma geben wie eine Oscar Tonne voller Babywindeln. 6 Wochen alt und in der prallen Sonne zwischengelagert. Die arme Sau, die dort saubermachen muss tut mir jetzt schon leid. Und das optionale Bose Soundsystem übertönt die Geräuschkulisse ausgeprägter Flatulenzen währenddessen dann erneut das Beduftungssystem in Erscheinung tritt und seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen kann.
Meine Güte, wenn Zeus damals auch nur im Ansatz geahnt hätte, dass man aus dem Wohnsitz der Götter heutzutage Scheißhäuser macht.

Nebenbei bemerkt: War Zeus nicht auch Grieche ? Junge Junge, denen bleibt aber auch nichts erspart, wobei ich mich gerade frage, ob man im Zusammenhang mit etwas griechischem überhaupt das Wort „erspart“ erwähnen darf. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, das beides nicht so Recht zusammen passen will.

Mit dem jüngst so oft erwähnten Bundestrojaner verhält es sich übrigens ebenso. Pünktlich zum Oktoberfest wird enthüllt, dass der kleine digitale Übeltäter aus dem Lande der Bajuwaren stammen soll. Insider munkeln, dass die Datei mit dem Trojaner „Ozapftis“ heißen soll.
Apropos Trojaner: Genau genommen ist der Trojaner ja das Opfer. Ein Blick in die griechische Mythologie bestätigt das. Der Schädling war ja das trojanische Pferd, welches die Griechen den Trojanern ins Dorf geschoben haben und aus dem die heldenhaften Soldaten des Nachts entstiegen. Demzufolge muss es eigentlich richtig heißen Bundestrojanisches Pferd auch wenn da jetzt grad keine Griechen aussteigen. Wie zu vermuten war, verschmäht man in Berlin allerdings diesen Begriff, weil er zu sehr an den Amtsschimmel erinnert.

Der Amtsschimmel dürfte nicht nur in Berlin wiehern. Meiner Meinung treibt der auch im Nahen Osten sein Unwesen. Sie haben doch auch von dem israelitischen Soldaten gehört, der dieser Tage gegen palästinensische Gefangene ausgetauscht wurde. 1037 um genau zu sein.

Was für ein Verhältnis.
1:1037.
Also wenn ich palästinensischer Gefangener wäre, dann würde ich mich mal bei meinem obersten Terroristen nach meinem Stellenwert erkundigen. Überlegen sie mal was passiert, wenn die Palästinenser 1000 Israelis zurück geben müssen. Wo sollen denn die Israelis so viele Gefangene hernehmen ? Vielleicht sollte man sich mal in Tel Aviv als Gefangenener bewerben, nur mal so, falls hierzulande mal wieder eine Rezession einsetzt.

Und wenn man mal den Faden weiter spinnt? Sind dann auch internationale Abstufungen drin? Wie viele Palästinenser gibts dann erst für einen Franzosen oder Briten? Oder einen Amerikaner und einen Deutschen?

5000 ?

Oder tauschen die dann 1000 Palästinenser und 4 Israelis, nur um Personal zu sparen?

Das würde auch erklären, warum die USA niemals dem Gazastreifen den Krieg erklären wird. Die Amis wissen gar nicht wohin mit den vielen Gefangenen.

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