Warnhinweis

Also manchmal frage ich mich wirklich, in welcher Welt ich eigentlich lebe. Da gibt es doch tatsächlich Leute, die auf einen Pappbecher für Kaffee folgenden Spruch drauf drucken lassen: Vorsicht! Heiß! Kann zu Verbrennungen führen.

Hallo.
Gehts noch.

Ja klar ist der Kaffee heiß, sonst würde der ja schmecken wie Hund hinten. Die hätten besser einen anderen Hinweis anbringen sollen.

Vorschlag vom Rohrspatz: Achtung: Getränk ist nass.
Aber wo ein Schlaumeier mit sowas anfängt, ist der Nächste nicht weit und sich nicht zu schade das Ganze zu steigern.

Achtung: Produkt enthält Spuren von Nüssen.

Gesehen auf einer Packung Erdnüsse. Okay, Erdnüsse sind gar keine echten Nüsse, denn sie gehören zu den Hülsenfrüchten. Der Rohrspatz hätte auf die Packung Erdnüsse daher eher diesen Hinweis drucken lassen:

Achtung: Erdnüsse. Kneif den Arsch zu!!!

Bleibt die Frage, was haben nun echte Nüsse bei meinen Erdnüssen verloren, wenn Erdnüsse keine echten Nüsse sind. Und warum tut man dann so wenig von den echten Nüssen davon dort rein und wozu soll das gut sein. Ich meine Spuren… Hallo, das liest sich, als ob das ein Ur-Ur-Ur-Enkel von Winnetou nur durch Zufall entdeckt hat. Nicht auszudenken, wenn da mal eine Kokosnuss mit rein gerät. Okay, dann bleibt kein Platz mehr für die Erdnüsse und der Aufdruck mit dem Arsch zukneifen wäre in dem Fall obsolet.

Da frage ich mich dann wieder, ob das bei der Erdnussfirma überhaupt jemand kontrolliert. Der arme Mann. Wie peinlich schon hier im Rohrspatz die Antwort klingt, wenn jemand es wagt den Herrn zu fragen was er beruflich macht.
„Ich kuck auf die Nüsse.“
Erwarten sie bloß niemals literarische Ergüsse von jemanden mit so einem Job. Aber dieser Beruf wird noch auf Jahre hinaus eine reine Männerdomäne bleiben. Als Frau möchte man diese Auskunft doch auch nur im intimsten Kreise geben, wenn überhaupt. Obwohl es bestimmt einige Damen gibt…. aber lassen wir das.

Den absolut schärfsten Warnhinweis habe ich vor kurzem auf einem transportablen Kindersitz gelesen: Nicht zusammenfalten, wenn sich ein Kind im Sitz befindet. Gut, ich gebe zu, manche Eltern sind wirklich doof. Da ist es schon eher angebracht wenn auf dem Tretroller für den Kleinen draufsteht: Bewegt sich bei Gebrauch. Vorausgesetzt das Kind hat den Kindersitz überstanden.
Oder der Warnhinweis beim Fön: Nicht unter Wasser verwenden. Da fragt sich der Rohrspatz, ob die Leute im U-Boot erst auftauchen müssen um die Haare trocken zu kriegen.
Tja und just heute bin ich Opfer einer solchen Warnung geworden. In rasender Eile habe ich mir heute beim Discounter meiner Wahl ein Fertiggericht in der Dose geleistet. Ja, ich weiß, aber einmal im Quartal lasse ich es so richtig krachen.
Es war irgendwas Asiatisches mit Huhn und Curry. Während ich also den Inhalt in die Pfanne gebe, wonach man auf dem Etikett ausdrücklich verlangt hat, werde ich genauso blass wie der Doseninhalt.
Hätten die auf die Dose gedruckt: Erbrochenes mit diversen Gemüsesorten, Sahne und Spuren von Huhn. Ja, dann hätte ich denen Recht gegeben. Ohne Umschweife.
Nun gut, weil der Magen- äh Doseninhalt nun schon in der Pfanne ist… Warum eigentlich nicht, schließlich war ich hungrig. Während ich also in der Masse rühre, lese ich noch mal was da eigentlich vor sich hin brodelt. Und da springt mir der Warnhinweis ins Auge: Achtung! Nicht zum Kochen bringen.
Entsetzen macht sich breit, denn es kocht schon. Okay, ich bin nicht zimperlich, aber das Ausrufezeichen hinter dem Achtung in Verbindung mit dem Anblick macht mich jetzt doch etwas unsicher.
Was jetzt wohl passiert?
Geschmacklich hält der Doseninhalt was er optisch versprochen hat, von daher kann man dem Hersteller keinen Vorwurf machen. Aber jetzt frage ich mich, was passiert wenn ich den Warnhinweis einfach ignoriere. Und die Pappe einfach mal weiterkochen lasse.

Kommt das BKA und holt mich? Wegen unerlaubtem Kochen von Gemüsekotze. Okay, wenn ich mit dem Zeug vorm Reichstag antanze, dann wird aus harmlosen Hühnercurry ein modernes arabisches Waffensystem. Wenn mich dann noch einer fragt, was ich da in meinem Henkelmann anschleppe und ich antworte Hühnercurry Bombay, dann finde ich mich doch nach der ersten Silbe von Bombay in irgendeinem Verlies wieder.
Während ich meinen Überlegungen nachhänge, brutzelt die Hühnerpampe munter weiter. Jetzt will ich es wissen und drehe die Herdplatte auf. Es faucht und blubbert immer wilder in der Pfanne.
Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass sich nach etwa 3 Stunden höchster Kochstufe keine Flüssigkeiten mehr nachweisen lassen und der Doseninhalt rein theoretisch anfängt sich mit der Beschichtung der Pfanne und den Fliesen hinterm Kochfeld zu verbinden.
Vermutlich war von Anfang an keine Flüssigkeit in der Bombay Mischung weil das Zeug aus gefriergetrockneten Extrakten besteht, aber die in dem Fall zu erwartende Staubexplosion ist ebenfalls ausgeblieben.
Wie auch immer. Inzwischen kocht das Zeug seit 6 Stunden auf höchster Stufe ohne sich im Geringsten verändert zu haben. Weder optisch noch geruchtechnisch tut sich was. Die Pfanne ist allerdings inzwischen krumm und schief und der Stiel bammelt nur noch an einem kleinen bisschen halbflüssigen Kunststoff.
Nach 8 Stunden halte ich es nicht mehr aus. Ich habe Hunger. Weil ich zudem auch sicher bin, den allerletzten Keim im Hühnercurry Bombay abgetötet zu haben, probiere ich mit knurrendem Magen den Fraß.
Zehn Minuten später beende ich den durch den verbrühten Gaumen ausgelösten Tanz um den Herd.
Die Arschlöscher hätten besser Vorsicht! Heiß! Kann zu Verbrennungen führen auf die Dose drucken lassen sollen.

Dieser Beitrag wurde unter Rohrspatzgedanken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.