Sauerland

Eingeweihte Rohrspatz Blog Leser wissen längst, dass der Rohrspatz aus Zentraleuropa stammt. Genauer gesagt: Aus dem Sauerland.

Für sich alleine betrachtet ist dies noch keine Meldung wert. Aber im Gegensatz zum herkömmlichen, ortstreuen Spatzen ist der Rohrspatz gewissermaßen ein Zugvogel.

Von innerer Unruhe angetrieben streift der Rohrspatz nämlich beinahe täglich durch sein Revier und entdeckt dabei die merkwürdigsten Dinge.
Man könnte das auch Rohrspatz Street View nennen.

Kleines Beispiel gefällig ?

Man beachte nur das Bild zu diesem Beitrag. Wer ganz genau hinsieht, wird feststellen, dass vorsichtige Hausbesitzer im Sauerland damit beginnen, ihre Immobilien festzuschrauben. Früher hat man hier in der Gegend abends nur die Bürgersteige hoch geklappt und die Häuser in den Keller gebracht. Die Zeiten sind vorbei. Viel zu viel Aufwand und zunehmend unsicher. Ganze Straßenzüge sind beim Häuser rein holen schon abhanden gekommen. Wer es nicht glaubt, kann herkommen und nachsehen: In weiten Teilen des Sauerlands sind ganze Landstriche unbewohnt. Kein Haus weit und breit.

Allerdings hat das Bild neben der Hausschraube auch noch etwas Mystisches an sich:
Die teilweise abgetrocknete Fahrbahn. Im Sauerland so selten wie eine unbestiegene Jungfrau nach einem alkoholfreien Schützenfest. Tatsächlich sollte das Sauerland ursprünglich Schauerland heißen, mit Regenscheid als Regierungssitz, eben weil es so oft regnet. Der hiesige Ureinwohner hat deswegen sogar Schwimmhäute zwischen den Zehen. Seit der Erfindung des Automobils muss man hierzulande statt Warndreieck eine Rettungsweste mit sich führen, der Begriff „Kapitän der Landstraße“ hat hier ebenfalls seinen Ursprung und wer den Führerschein machen will muss neben dem Erste Hilfe Kurs auch noch nachweisen, dass er schwimmen kann. Ja, der Sauerländer hält seit Generationen eisern an Traditionen fest, denn bereits vor 350 Millionen Jahren war die hiesige Gegend Meeresboden.

Aber nicht nur die fast trockene Straße ist für den Sauerländer beinahe unheimlich anzusehen; auch der Umstand, dass auf dem Bild kein einziges Schlagloch zu sehen ist, grenzt an ein Wunder. Ortsansässige Straßenbauer pilgern jeden Sonntag zu diesem Straßenabschnitt und bewundern die intakte Teerdecke. Hiermit erkläre ich an Eides statt, dass ich keine Bildbearbeitungssoftware verwendet habe. Aber es hat Stunden gedauert, bis ich den richtigen Standort für die Aufnahme gefunden habe. Vom Verkehrschaos welches ich dabei verursachte möchte ich lieber nicht reden.

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